dass ich von jedem Fady-Live-Event begeistert bin, dürfte sich ja inzwischen rum gesprochen haben. Daher lasse ich hier jetzt mal ganzblau den Abend Revue passieren:
Fady war ja am vergangenen 9. Januar in den "Fliegenden Bauten", im Rahmen von Hamburg-Sounds (NDR). Vor ihm auf der Bühne waren die Rockgruppe "Elephant", die Jazz-Sängerin San Glaser mit Band - und Max Mutzke, der Eurovisionsteilnehmer 2004 (ebenfalls mit Band). Und dann also Fady ... nicht mit Band, NUR mit einem Gitarristen, der nach Ansicht der Luschen am ehesten noch als "Flokati" durchging. Ein Flokati mit Klampfe, genau genommen.

Max Mutzke fand ich persönlich sehr gut – Vollprofi halt und SEHR locker drauf. Und ich wurde gespannter und gespannter Und dann irgendwann ganz ruhig und entspannt. Weiss nicht, wie ich's erklären soll. Hab' einfach plötzlich gedacht: So, Fady, jetzt bist du dran. Da musst du ganz alleine durch. Und schaffst es halt oder auch nicht. Deine Bewährungsprobe, voilà. Sagen wir es so: Auf einer Bühne zu stehen mit Akustikbegleitung, wo vorher 5-6 Mann jeweils stampften (und 1 Frau jazzte, und das nicht schlecht). Vor einem Publikum, das nur zur Hälfte wegen Fady kam, zur Hälfte aber eine "Wand aus Liebe" inklusive Leuchtfuchteln mit Sicherheit eher lächerlich bis peinlich finden würde. Das womöglich von Fady Maalouf überhaupt NIE was gehört hatte (war jedenfalls bei den Leuten vor mir in der Warteschlange so). Unter diesen Umständen die Leute überzeugen, das ist eine echte Herausforderung. Aber genau das ist auch Musikeralltag.
Und ich hätte Fady am liebsten eigenhändig da raus geschubst auf die Hamburg-Sounds-Bühne Und dann kam er auch und hatte ECHT anfangs einen harten Stand. Etliche Leute sind aufgestanden und rausgelaufen - ob jetzt wegen Fady oder dem letzten Bus, weiss ich nicht. Eine ganze Schlange direkt unter seiner Nase – und er hat auch hingesehen. Und sich nichts anmerken lassen Dann ging auch schon der der Fanjubel los, den ich schon gerne mit einem Schalter um einige Dezibel zurückgedreht hätte .

Um es mit Dieters Worten zu sagen: Der Anfang war "eyeyeyeyeyeyey". Aber die Stimme war da, hammermässig. Und DIE hat dann auch alles rausgerissen. Erst kamen To Let Go, Amazed und This Anchor Holds. Dann Show Me Your Love mit einem zauberhaften Schluss (ins Publikum gehauchte Küsse, zum Dahinschmelzen). Dann drehte Fady auf und zog mit Black Velvet alle Register seines "bluesigen" Könnens. Der Höhepunkt für mich war aber die Zugabe: Will You Still Love Me Tomorrow in einer ganz anderen, stilleren und zurückhaltenden Akustik-Version. Und da ist's bei mir passiert: Ich habe mich doch einfach von Fady weggedreht, um nur ZUZUHÖREN. Habe das ganze Lied mit geschlossenen Augen und gespitzten Ohren genossen Und wisst ihr was – da hat er mich nochmals neu gekriegt. Und zwar, um es mit Anja Lukaseder zu sagen: TOTAL. Ich glaube ja seit gestern, dass wir noch sehr wenig von Fady gesehen haben.

Kurz: Ich war begeistert und bins noch. Bin aber auch mehr denn je überzeugt, dass es so einer wie Fady Maalouf extrem schwer haben wird, sein (passend gemischtes) Zielpublikum zu finden. Auf Dauer.
Der NDR meint es gut mit den Fadyfans und hat drei Songs von Fadys Auftritt auf seiner Internetseite, zum immer wieder anschmachten oder downloaden, bereit gestellt. HIER geht es zu der Seite.
Hoffen wir gemeinsam, dass viele von uns Fady am 19.04. live beim FC-Konzert sehen können, besser natürlich auch noch mal vorher.
Schönes Wochenende.